Pillnitzer Schlossnacht am 14.08.2010 zu Dresden
6500 Besucher flanieren auf Pillnitzer Schlossnacht wie einst August der Starke
Dresden. Schloss
Pillnitz nebst Schlossgarten verwandelten sich am Samstagabend in
einen höfischen Amüsierhof. Die dritte Pillnitzer Schlossnacht
entführte 6500 Besucher in die Zeit August des Starken. Das
Barockspektakel versprühte mit 250 Künstlern, 15 Kilometern
beleuchteter Parkwege und höfischem Klatsch und Tratsch
kurfürstliches Flair.
Beim Flanieren durch Schloss und Park trafen die Besucher
blaublütige Persönlichkeiten. Allen voran Steffen Urban in Gestalt
von August dem Starken. Der Kurfürst von Sachsen war in Begleitung
seiner Lieblingsmätresse Gräfin Cosel unterwegs. Sie schwatzten über
den neusten Tratsch bei Hofe und schimpften über die Preußen. Der
Fürst zu Schwarzburg-Rudolstadt reiste inkognito zum Fest, um sich
im Eulenspiel - einem höfischen Glücksspiel - zu versuchen. Die
Reichsfürstin Lubomirska von Teschen, Mätresse des Kurfürsten,
plauderte höchst Intimes über den Hofstaat aus.
Gaukler, Tänzer,
Schauspieler, Musiker, Märchenerzähler - 250 Künstler verzauberten
die Besucher des Barockspektakels. Höhepunkt war der Auftritt von
Barbara Helfgott und ihrer Musikformation „Rondo Vienna". Das
Damenensemble bot eine temperamentvolle Show.
Auch sehr weiblich und doch ganz anders war der Auftritt von Scala
und den Kolacny Brothers. Unter der Leitung von Dirigent Stijn
Kolacny und der musikalischen Begleitung von Steven Kolacny sang der
belgische Mädchenchor ihre Coverversionen von Rock- und Popliedern.
Getanzt wurde ebenfalls
vielerorts. Von der antiken Dichterin Sappho inspiriert, bot das
Ensemble um Schauspielerin und Choreografin Beate Frucht eine
sinnliche Tanzperformanz zu den Klängen von Cellist Sascha Werchau.
Wie der höfische Tanzakt auszusehen hat, zeigte der Verein Potsdamer
Rokoko in mehreren prunkvollen Tänzen. Wer sich mit dem Zuschauen
nicht begnügen wollte, konnte sich - angeleitet von Maria Josepha
von Habsburg, ihres Zeichens Kurfürstin zu Sachsen und Königin von
Polen - im höfischen Tanz unterweisen lassen.
Jüngere Mitglieder des Hofstaates konnten sich die Zeit beim
Puppenspiel, das in unterschiedlichen Ausführungen im Park
dargeboten wurde, vertreiben. Direkt am Haupteingang kreierte Peter
Waschinsky für Kinder und Erwachsene individuelle Papiermasken. Im
ganzen Hof waren bald Besucher mit diesen geheimnisvollen Masken
unterwegs.
Die ganze Nacht hindurch waren aus allen Ecken des Parks klassische
Klänge zu hören. Lichtinstallationen zeichneten faszinierende Bilder
im Holländischen und Chinesischen Garten des Schlosses. Die passende
Anzahl an Imbiss- und Getränkeständen sorgte für vielerlei Gerüche
im Schlosshof.
Den Veranstaltern der Pillnitzer Schlossnacht ist es gelungen, die
Pracht und Herrlichkeit höfischer Lustbarkeit in die heutige Zeit zu
holen. So mancher Gast fühlte sich plötzlich selbst wie ein Mitglied
des Hofstaates.
(DNN vom 16.08.2010)